News vom 07.07.2010
Portugal mit Veto gegen Vivo-Verkauf an Telefonica
Portugal hat mit einem Veto einen Verkauf von Kapitalanteilen des größten brasilianischen Mobilfunkbetreibers Vivo an den spanischen Telekom-Konzern Telefonica gestoppt.
In der Hand des portugiesischen Konzerns Portugal Telecom befinden sich 30 Prozent der Vivo-Anteile. Für den Kapitalanteil hatte Telefonica den Portugiesen 7,15 Milliarden Euro geboten.
Ihren Einspruch gegen den Deal stützte die Regierung in Lissabon am Mittwoch auf die „Goldene Aktie“, die Portugal ein Veto-Recht bei strategisch wichtigen Entscheidungen des einstigen Staatsunternehmens einräumt. Zuvor hatten die Aktionäre von Portugal Telecom auf einer Vollversammlung mit großer Mehrheit dafür gestimmt, das Angebot von Telefonica anzunehmen und die Vivo-Anteile zu verkaufen.
Jeweils 50 Prozent der Holdinggesellschaft Brasilcel halten Telefonica und Portugal Telecom. Die Holdinggesellschaft wiederum hält 60 Prozent der Vivo- Anteile. Die Anteile am brasilianischen Mobilfunkanbieter sind für die Portugiesen ein wichtiger Bestandteil ihres Auslandsgeschäfts. Zudem gilt Brasilien als der Wachstumsmarkt schlechthin.
Telefonica konnte die Mehrheit der Aktionäre von Portugal Telecom auf seine Seite bringen, nachdem es sein Angebot für den 30-prozentigen Vivo- Anteil um zehn Prozent auf 7,15 Milliarden Euro aufstockte. Der Konzern teilte aber auch der Madrider Börsenaufsicht mit, dass es das „letzte und definitive Angebot“ sei. Zuvor hatten die Portugiesen mehrere Angebote von Telefonica abgelehnt.
Ende Mai hatte der spanische Konzern dem portugiesischen Konkurrenten für dessen Vivo-Anteile 5,7 Milliarden Euro geboten. Die Spanier stockten ihr Angebot Anfang Juni auf 6,5 Milliarden Euro auf und erhöhten nun ein weiteres Mal. Telefonica plant, Brasilien Vivo mit seinem Festnetzanbieter Telesp zusammenzulegen. So soll die Wettbewerbsposition auf dem brasilianischen Markt gestärkt werden.



